CBD und Betablocker (z.B. Concor, Bisoprolol, Atenolol, Tenormin)

David ReichAktualisiert:

Viele Menschen interessieren sich für die Verwendung von CBD Öl und fragen sich, ob und wie sich CBD mit Betablockern verträgt. In diesem Beitrag erhalten Sie eine klare, praxisnahe Übersicht: mögliche Wechselwirkungen (inkl. Unterschiede zwischen Bisoprolol und Atenolol), ein Monitoring-Plan für die ersten 14 Tage und Warnzeichen, auf die Sie achten sollten.

Kurzüberblick: Was sind Betablocker?

Betablocker werden häufig bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Angina eingesetzt. Sie dämpfen die Wirkung von Stresshormonen am Herzen, senken Blutdruck und Herzfrequenz und entlasten so das Herz. Beispiele: Concor (Bisoprolol), Atenolol und Tenormin (Atenolol).

Was ist CBD?

CBD (Cannabidiol) ist ein pflanzlicher Wirkstoff aus Hanf. Viele Nutzer berichten von Entspannung und besserem Schlaf. CBD wirkt über das Endocannabinoid-System, das Prozesse wie Schlaf, Stimmung und Immunreaktionen beeinflusst. Mehr Grundlagen finden Sie hier: Wirkung von CBD im Körper. Einige Nutzer bevorzugen klassische Öle, andere hochkonzentrierte Produkte wie CBD-Konzentrate – starten Sie stets niedrig dosiert.

Interaktionen: Pharmakokinetik vs. Pharmakodynamik

CYP-Enzyme: Was hemmt CBD?

CBD kann in der Leber Enzyme hemmen, die am Arzneistoffabbau beteiligt sind – insbesondere CYP3A4, CYP2D6 und CYP2C19. Je nach Betablocker kann dies den Wirkspiegel erhöhen. Die Relevanz variiert: Wirkstoffe mit starkem CYP2D6/CYP3A4-Anteil sind potenziell empfindlicher, während überwiegend renal (über die Nieren) eliminierte Betablocker weniger anfällig sind. Systematische Übersichten beschreiben diese Hemmung, betonen aber zugleich, dass individuelle Unterschiede groß sind und klinische Daten begrenzt bleiben.

🔍 Kurz zusammengefasst

CBD kann bestimmte Leberenzyme bremsen (CYP3A4, CYP2D6, CYP2C19). Je nach Betablocker kann dadurch die Wirkung stärker oder länger ausfallen.

Additive Effekte: Blutdruck- und Herzfrequenzsenkung

Unabhängig vom Enzymabbau kann CBD kurzzeitig Blutdruck und Herzfrequenz leicht senken. Eine kleine Humanstudie (JCI Insight, 2017) zeigte, dass eine Einzeldosis CBD den Blutdruck bei gesunden Probanden vorübergehend reduzierte. Das lässt sich nicht 1:1 auf alle Patienten übertragen, ist aber für Betablocker-Anwender relevant: Additive Effekte können Schwindel, Benommenheit oder selten Synkopen begünstigen.

🔍 Kurz zusammengefasst

CBD kann Blutdruck und Puls mild senken. Zusammen mit Betablockern steigt das Risiko für Schwindel oder zu niedrigen Blutdruck.

Was bedeutet das für Sie? Das Interaktionsrisiko hängt vom konkreten Betablocker und Ihrer individuellen Situation ab. Starten Sie CBD niedrig dosiert und beobachten Sie Blutdruck und Puls engmaschig. Mehr Hintergrund: CBD–Wechselwirkungen.

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Wir haben die Wechselwirkungen von CBD mit 140 Medikamenten und Medikamentenarten analysiert. Sie können die vollständige Übersicht hier einsehen oder die Suche unten verwenden, um Ihr spezifisches Medikament zu finden.

Unterschiede zwischen einzelnen Betablockern

Je nach Wirkstoff unterscheidet sich der Abbauweg – und damit das potenzielle Interaktionsniveau. Zwei häufige Beispiele:

Wirkstoff Metabolismus Interaktionsrisiko Hinweis
Bisoprolol (Concor) teils CYP3A4/2D6, teils renal mittel mögliche Erhöhung der Wirkung; Monitoring wichtig
Atenolol (Tenormin) überwiegend renal niedriger (PK), aber PD relevant zusätzliches Hypotonie-/Bradykardie-Risiko beachten

CBD und Bisoprolol (Concor): Was ist zu beachten?

Bisoprolol wird teilweise über CYP3A4/2D6 verstoffwechselt und teilweise renal eliminiert. CBD könnte den Abbau über CYP hemmen und so die Bisoprolol-Wirkung erhöhen. Gleichzeitig sind additive Effekte auf Blutdruck und Puls möglich. Praktisch heißt das: vorsichtig einsteigen, Werte eng kontrollieren, bei Beschwerden pausieren und ärztlich abklären.

Was bedeutet das für Sie? Sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt und führen Sie in den ersten 14 Tagen ein BP-/Puls-Protokoll (siehe Monitoring unten).

CBD und Atenolol (Tenormin): Geringeres CYP-Risiko, aber additive Effekte

Atenolol wird überwiegend renal ausgeschieden; die Rolle von CYP-Enzymen ist gering. Pharmakokinetische Interaktionen mit CBD sind daher vermutlich seltener. Dennoch können sich die Wirkungen auf Blutdruck und Herzfrequenz addieren.

Was bedeutet das für Sie? Auch hier gilt: niedrig beginnen, auf Schwindel/Müdigkeit achten, Blutdruck und Puls regelmäßig messen.

Hinweis für weitere Wirkstoffe: Metoprolol (überwiegend CYP2D6) und Propranolol (CYP2D6/CYP1A2) sind potenziell empfindlicher für CYP-Hemmung. Wenn Sie einen anderen Betablocker nutzen, holen Sie ärztlichen Rat ein und nutzen Sie das Monitoring.

Monitoring-Plan: So beobachten Sie Blutdruck und Puls in den ersten 14 Tagen

Wichtig: Bei starkem Schwindel, Ohnmacht, sehr niedrigem Blutdruck oder auffällig langsamem Puls: Einnahme pausieren und ärztlich abklären.
  1. Vor dem Start: Arzt informieren; aktuelle Medikation prüfen; 3 Tage Basiswerte (morgens/abends) für Blutdruck und Puls messen und notieren.
  2. Start: niedrig dosieren und langsam steigern, 1× täglich zur gleichen Zeit einnehmen (viele bevorzugen abends).
  3. Messungen Tag 1–14: morgens und abends Blutdruck/Puls protokollieren; Symptome (Schwindel, Benommenheit, ungewöhnliche Müdigkeit) festhalten.
  4. Bei Auffälligkeiten: anhaltender Schwindel, systolischer RR deutlich niedriger als üblich, ausgeprägte Bradykardie – Einnahme pausieren und medizinisch abklären.

Nebenwirkungen im Kontext der Kombination

Relevante Effekte bei gleichzeitiger Einnahme von CBD und Betablockern können sein: Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Blutdruckabfall, langsamere Herzfrequenz. Diese Symptome sind meist mild und gehen unter Dosisreduktion zurück, sollten aber ernst genommen werden – insbesondere zu Beginn der Kombination.

Mehr Details zu CBD-Effekten und Verträglichkeit: CBD-Nebenwirkungen.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich CBD mit Bisoprolol (Concor) kombinieren?

Möglich – aber nur nach ärztlicher Rücksprache. Starten Sie niedrig, messen Sie Blutdruck/Puls regelmäßig und achten Sie auf Schwindel oder ungewöhnliche Müdigkeit.

Senkt CBD den Blutdruck?

Kurzfristig kann CBD den Blutdruck leicht senken (kleine Humanstudie vorhanden). In Kombination mit Betablockern ist daher besondere Vorsicht geboten.

Welche Tageszeit ist für CBD sinnvoll?

Ein fester Zeitpunkt ist ideal. Viele Nutzer bevorzugen abends, da CBD müde machen kann – testen Sie, was für Sie passt.

Was, wenn ich Nebenwirkungen bekomme?

Pausieren Sie die CBD-Einnahme, messen Sie Ihre Werte und kontaktieren Sie Ihren Arzt – besonders bei starkem Schwindel, Ohnmacht oder sehr niedrigem Blutdruck.

 

Fazit

CBD und Betablocker lassen sich in vielen Fällen umsichtig kombinieren. Achten Sie auf die Unterschiede zwischen den Wirkstoffen: Bei Bisoprolol sind pharmakokinetische und additive Effekte möglich; bei Atenolol vor allem additive Effekte. Starten Sie niedrig dosiert, messen Sie Blutdruck/Puls konsequent in den ersten 14 Tagen und binden Sie Ihren Arzt ein. Weitere Hintergründe finden Sie in unserem Überblick zu CBD–Medikamenten-Interaktionen und zur CBD-Dosierung.

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Disclaimer: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Änderungen an Ihrer Medikation oder Ergänzung mit CBD sollten Sie stets mit Ihrem behandelnden Arzt abstimmen.

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