CBD und Metamizol (z.B. Novalgin, Novaminsulfon, Nolotil)
David ReichAktualisiert:- CBD kann Leberenzyme (CYP3A4/CYP2C19) hemmen; Metamizol kann Enzyme (u. a. CYP2B6/CYP3A4) induzieren.
- Mögliche Folgen: veränderte Wirkstärke, mehr Nebenwirkungen (z. B. Schwindel, Blutdruckabfall).
- Warnzeichen: plötzliches Fieber, Halsschmerzen, Infektanfälligkeit → sofort ärztlich abklären.
- Kombination nur nach Rücksprache; besonders vorsichtig bei Vorerkrankungen und Polypharmazie.
CBD und Metamizol können sich über Leberenzyme gegenseitig beeinflussen. Achten Sie auf Schwindel, Blutdruckabfall und Infektzeichen und holen Sie ärztlichen Rat ein.
Was sind CBD und Metamizol?
CBD – Wirkung und Darreichungsformen
Cannabidiol (CBD) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Es moduliert das Endocannabinoid-System und beeinflusst u. a. Serotonin- und TRP-Rezeptoren. In der Praxis wird CBD u. a. für Wohlbefinden, Schlaf und im Kontext von Schmerzen diskutiert; Anwendungen sind dosisabhängig. Erhältlich ist CBD u. a. als CBD Öl.
CBD wirkt über das Endocannabinoid-System und ist in unterschiedlichen Formen verfügbar. Beginnen Sie niedrig dosiert und beobachten Sie Ihre Reaktion.
Metamizol (Novalgin) – Einsatz und Besonderheiten
Metamizol (Novalgin/Novaminsulfon; international u. a. als Dipyron/Dipyrone, in Spanien "Nolotil") ist ein zentral wirksames Analgetikum mit antipyretischer und spasmolytischer Komponente. Es ist verschreibungspflichtig. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt.
So verarbeitet der Körper CBD und Metamizol
Leberenzyme (CYP450) verständlich erklärt
Die Leber baut viele Stoffe über Cytochrom-P450-Enzyme ab. CBD kann einige dieser Enzyme hemmen (z. B. CYP3A4, CYP2C19), Metamizol kann manche ankurbeln (Induktion). Das kann die Blutspiegel und Effekte beider Stoffe verändern.
CBD: CBD hemmt vor allem CYP3A4 und CYP2C19; klinische Relevanz wurde insbesondere bei höheren Dosen gezeigt (u. a. Daten aus Epidyolex-Studien).
Metamizol: Metamizol ist eine Prodrug. Es wird rasch zu 4-MAA (4-Methylaminoantipyrin) und weiteren aktiven Metaboliten hydrolysiert. Metamizol kann Enzyme induzieren, u. a. CYP2B6 und CYP3A4.
CBD bremst bestimmte Leberenzyme, Metamizol kann sie ankurbeln. Dadurch können sich die Wirkspiegel gegenseitig verändern.
CBD vs. Metamizol im Überblick
Aspekt | CBD | Metamizol (Novalgin) |
---|---|---|
Wirkmechanismus | Modulation des Endocannabinoid-Systems; Einfluss auf TRP/Serotonin | Zentral wirksames Analgetikum; antipyretisch, spasmolytisch |
Haupt-Enzyme | Hemmt v. a. CYP3A4, CYP2C19 | Prodrug → 4-MAA; Induktion u. a. von CYP2B6, CYP3A4 |
Häufige Nebenwirkungen | Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Blutdruckabfall | GI-Beschwerden, Hautreaktionen |
Besondere Risiken | Enzymhemmung → Interaktionen bei höheren Dosen | Selten: Agranulozytose (Blutbildveränderung) |
Darreichung/Onset | Öle, Kapseln, etc.; Onset je nach Form | Tabletten/Tropfen/Infusion; rascher Wirkungseintritt |
Gibt es Wechselwirkungen?
Was die Enzyme bedeuten könnten
Pharmakokinetisch relevant: CBD hemmt CYP3A4/CYP2C19. Metamizol wird zu aktiven Metaboliten umgewandelt und kann Enzyme (u. a. CYP2B6/CYP3A4) induzieren. Daraus ergeben sich zwei Richtungen: CBD könnte den Abbau von Metamizol-Metaboliten verlangsamen (potenziell mehr Nebenwirkungen), Metamizol könnte CBD-Spiegel senken (möglicherweise schwächere CBD-Wirkung). Hochwertige Humanstudien zur Kombination fehlen; Hinweise stammen aus Pharmakokinetik, Fallberichten und Enzymdaten. Einnahmeabstände reduzieren Interaktionen nicht zuverlässig.
CBD kann Metamizol verlangsamen, Metamizol kann CBD beschleunigen. Die Datenlage ist begrenzt – ärztliche Begleitung ist sinnvoll.
Additive Effekte (möglich): Sedierung/Müdigkeit, Schwindel, Blutdruckabfall (v. a. beim raschen Aufstehen), Magen-Darm-Beschwerden.
Dosierungsrahmen: Interaktionsrisiken steigen mit der CBD-Dosis, besonders bei hohen Dosen (z. B. >10–20 mg/kg/Tag in Studien). Bei niedrig dosierten Produkten ist das Risiko geringer, aber nicht ausgeschlossen.
Wer besonders aufpassen sollte
- Ältere Menschen
- Leber- oder Nierenfunktionsstörung
- Polypharmazie (mehrere Medikamente)
- Vorgeschichte von Blutbildveränderungen
- Schwangere/Stillende
Dieses Tool zeigt bekannte Interaktionen. Es ersetzt keine ärztliche Beratung und deckt nicht alle Einzelfälle ab.
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Mögliche Nebenwirkungen – einzeln und in Kombination
- CBD: Häufig Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Schwindel, leichter Blutdruckabfall; seltener Übelkeit, Durchfall oder Appetitveränderungen. Mehr dazu: CBD-Nebenwirkungen.
- Metamizol: GI-Beschwerden, Hautreaktionen; selten ernst: Agranulozytose (starker Abfall bestimmter weißer Blutkörperchen), die Infekte begünstigt.
- Kombination: Additiv möglich: Sedierung/Müdigkeit, Schwindel, orthostatische Beschwerden (Blutdruckabfall beim Aufstehen), Magen-Darm-Beschwerden. Bei auffälligen Symptomen bitte ärztlich prüfen lassen.
Warnzeichen: Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
- Plötzliches Fieber, Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen (Agranulozytose-Warnzeichen)
- Starker Schwindel, Ohnmacht, anhaltend niedriger Blutdruck
- Atembeschwerden, ausgeprägter Hautausschlag, Gesichts-/Zungenschwellung
Praxis: Sprechen Sie mit Arzt/Apotheke – Leitfaden
- Liste aller Medikamente und Ergänzungen bereithalten (inkl. CBD-Produkt, Stärke in mg/ml bzw. mg, Dosis, Häufigkeit).
- Begleiterkrankungen (v. a. Leber/Niere), Allergien und frühere Blutbildauffälligkeiten nennen.
- Symptome seit Beginn der Kombination dokumentieren (z. B. Schwindel, Müdigkeit, Fieber, Halsschmerzen).
- Fragen klären: Dosisanpassung nötig? Blutbild-/Leberwert-Kontrollen sinnvoll?
Evidenz und Einordnung
- Was gesichert ist: CBD hemmt CYP3A4/CYP2C19; Metamizol ist Prodrug zu 4-MAA und kann CYP2B6/CYP3A4 induzieren. Metamizol kann selten Agranulozytose verursachen (BfArM-Hinweise).
- Was vermutet wird: CBD könnte Metamizol-Metaboliten erhöhen; Metamizol könnte CBD-Spiegel senken. Additive Sedierung/Schwindel möglich. Hochwertige Humanstudien zur Kombination fehlen.
- Konsequenz: Kombination nur in Rücksprache mit dem Arzt; besonders bei höheren CBD-Dosen engmaschig überwachen.
Häufige Fragen
Darf ich CBD mit Novalgin einnehmen?
Es gibt Hinweise auf Wechselwirkungen über Leberenzyme. Die Kombination sollte individuell ärztlich beurteilt werden, besonders bei weiteren Medikamenten oder Vorerkrankungen.
Macht CBD Novalgin stärker?
Möglich, da CBD Enzyme hemmen kann. Umgekehrt kann Metamizol Enzyme induzieren und CBD-Spiegel senken. Die Datenlage ist begrenzt – ärztliche Überwachung ist sinnvoll.
Hilft es, CBD und Metamizol zeitlich zu trennen?
Nur bedingt. Da die Enzymwirkung über Stunden bis Tage anhalten kann, sind Einnahmeabstände keine verlässliche Strategie gegen Interaktionen.
Ist die Kombination bei akuten Schmerzen sinnvoll?
Die Entscheidung gehört in ärztliche Hand. Bei akuten Beschwerden und mehreren Medikamenten ist Vorsicht geboten; Nutzen und Risiken sollten individuell abgewogen werden.
Spielt die CBD-Dosis eine Rolle?
Ja. Mit steigender Dosis (insbesondere im hohen Bereich, z. B. >10–20 mg/kg/Tag aus Studien) nehmen Interaktionsrisiken zu. Bei frei verkäuflichen Produkten ist das Risiko geringer, aber nicht null.
Bitte beachten: Obwohl CBD im Allgemeinen gut verträglich ist, sollte die Kombination mit Metamizol (Novalgin/Novaminsulfon/Nolotil) nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich; eine individuelle Bewertung ist wichtig.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Es werden keine Heilaussagen gemacht.