Macht CBD müde?
Stefanie StinglAktualisiert:CBD (Cannabidiol) ist eine nicht berauschende Verbindung aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC verursacht CBD kein „High", viele Nutzer berichten jedoch je nach Dosis und Produkt von sehr unterschiedlichen Effekten – von beruhigender Entspannung bis hin zu mehr Klarheit und Fokus. Dieser Beitrag erklärt verständlich, wann CBD müde machen kann, wie Sie Ihre Dosierung optimieren und welche Sicherheitsaspekte gelten.
Kurzantwort
CBD kann – je nach Person, Dosis und Produkt – sowohl entspannen als auch schläfrig machen. Niedrigere Dosen werden oft als ausgleichend bzw. wachmachend beschrieben, höhere Dosen können beruhigen. Starten Sie niedrig, steigern Sie langsam und passen Sie den Einnahmezeitpunkt an.
Empfohlener Artikel: CBD Öl morgens oder abends einnehmen?
Key Takeaways
- „Schläfrigkeit" = akute Einschlafneigung; „Müdigkeit/Erschöpfung" = allgemeine Fatigue.
- Biphasische Wirkung: niedrig–mittel dosiert eher ausgleichend, höher dosiert eher beruhigend.
- Produktwahl (Vollspektrum, Terpene, Zusätze) und Einnahmezeitpunkt beeinflussen die Wirkung.
- Beobachten, anpassen, dokumentieren: Dosis, Uhrzeit, Produktart und Tagesform.
- Sicherheit: mögliche Wechselwirkungen über CYP-Enzyme beachten; im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
CBD wirkt unterschiedlich: Niedrige Dosen machen oft wacher, höhere Dosen eher müde. Die Wirkung hängt von Dosis, Produktart und persönlicher Reaktion ab.
Warum kann CBD müde machen?
Ob CBD Schläfrigkeit auslöst, hängt von mehreren Faktoren ab, die häufig zusammenwirken:
- Dosis: Höhere Mengen erhöhen bei manchen Menschen die Schläfrigkeit. Während niedrig–mittlere Tagesmengen (z. B. 5–25 mg) oft eher ausgleichend empfunden werden, berichten einige bei höheren Bereichen (z. B. >50–100 mg/Tag) über beruhigende, teilweise sedierende Effekte. Die individuelle Reaktion variiert.
- Produktart: Vollspektrum-Öle enthalten neben CBD weitere Cannabinoide und Terpene, die den Effekt modulieren können. Sedierende Terpene wie Myrcen oder Linalool werden häufig mit abendlicher Ruhe assoziiert. Produkte mit Zusätzen wie Melatonin sind explizit schlaffördernd. Ein Isolat kann im Vergleich anders wirken.
- Einnahmeform und -zeitpunkt: Öle sublingual wirken typischerweise schneller (Onset ca. 15–45 Minuten), Kapseln benötigen länger (60–120 Minuten). Eine späte Einnahme kann die Schläfrigkeit in die Morgenstunden verschieben.
- Individuelle Faktoren: Schlafschuld, Stressniveau, Empfindlichkeit, Körpergewicht, Stoffwechsel und Ernährung beeinflussen die Wahrnehmung von Schläfrigkeit.
- Kombinationen: Alkohol, Benzodiazepine, sedierende Antihistaminika und andere dämpfende Substanzen können die Schläfrigkeit verstärken. Mehr dazu unten in „Sicherheit und Wechselwirkungen".
Warum kann CBD auch wach machen? (biphasische Wirkung)
CBD wird häufig als „biphasisch" beschrieben: In niedrig–mittleren Dosen berichten viele Nutzer über innere Ruhe bei gleichzeitig klarerem Kopf; in höheren Dosen über vermehrte Entspannung bis hin zu Schläfrigkeit. Praxisorientierte Orientierungsbereiche:
- 5–25 mg/Tag: häufig ausgleichend, teils wachmachend (individuell unterschiedlich).
- >50–100 mg/Tag: häufiger beruhigend/sedierend; weiterhin stark einzelfallabhängig.
Wichtig: Diese Bereiche sind keine medizinischen Dosierungsempfehlungen, sondern Erfahrungswerte, die helfen sollen, die eigene Reaktion besser einzuordnen.
Stress, Schlafschuld und CBD: Was ist Ursache, was Wirkung?
Chronischer Stress und Schlafschuld führen oft zu Tagesmüdigkeit. Wenn CBD Anspannung reduziert, kann der Körper zunächst „nachholen" – die Schläfrigkeit wird sichtbarer, obwohl sie ihre Ursache in Vorbelastung hat. Mit angepasster Dosis und einem passenden Einnahmezeitpunkt (z. B. abends) stabilisieren sich diese Effekte häufig. Beachten Sie zudem unseren Beitrag zu CBD und Schlaf, der mögliche nächtliche Vorteile und bessere Tagesfitness zusammenführt.
Was sagt die Forschung zu CBD, Müdigkeit und Schlaf?
Die Evidenzlage ist gemischt und kontextabhängig. Eine Fallserie (n = 72) zeigte, dass viele Teilnehmende im ersten Monat über bessere Schlafwerte berichteten; die Effekte schwankten über die Zeit. Gleichzeitig verbesserte sich bei einem Großteil die Angst, was indirekt den Schlaf fördern kann (Shannon et al., 2019). Review-Arbeiten beschreiben CBD als potenziell anxiolytisch, ohne zwingend sedierend zu sein – der Effekt scheint dosis- und situationsabhängig (Blessing et al., 2015). Weitere Übersichten zu Cannabinoiden und Schlaf deuten ebenfalls auf differenzierte Wirkungen je nach Dosis, Zusammensetzung und Ausgangslage hin (siehe zusätzliche Quellen unten).
Mechanistisch interagiert CBD mit dem Endocannabinoid-System und beeinflusst u. a. Adenosin- und Serotoninpfade, die an der Schlaf-Wach-Regulation beteiligt sind. Das kann erklären, warum CBD je nach Dosis und Zeitpunkt entweder beruhigt oder – bei niedrigerer Dosierung – eher ausgleichend und konzentrationsfördernd wirkt.
Praktische Tipps gegen Schläfrigkeit nach CBD
- Start low, go slow: z. B. mit 5–10 mg/Tag beginnen und wöchentlich um 5–10 mg steigern, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.
- Dosis aufteilen: Morgens/abends splitten; bei Tagesmüdigkeit mehr auf den Abend verlagern.
- Dosis reduzieren: Wenn Schläfrigkeit auftritt, Schritt für Schritt senken.
- Produkt prüfen: Wechsel von Vollspektrum auf Broad Spectrum/Isolat testen; auf sedierende Terpene und Zusätze (z. B. Melatonin) achten.
- Einnahmezeit anpassen: Bei empfindlicher Reaktion nach der Arbeit/abends einnehmen.
- Sicherheit: Kein Auto fahren/keine Maschinen bedienen, wenn Schläfrigkeit auftritt. Mehr dazu in CBD und Autofahren.
- Dokumentation: Wirkungstagebuch führen (Dosis, Uhrzeit, Produkt, Schlaf, Tagesform).
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Personalisierte CBD-Dosierung für Ihr Wohlbefinden
- CBD Öl unter die Zunge tropfen und 1-2 Minuten warten
- Nach einer Woche können Sie die Dosis erhöhen
- Maximale Tagesdosis: 70mg CBD
- Bei Medikamenteneinnahme Rücksprache mit dem Arzt
Gegen Müdigkeit: Mit 5-10mg starten, langsam steigern, Dosis aufteilen oder reduzieren, Einnahmezeit anpassen und Wirkung dokumentieren.
Sicherheit und Wechselwirkungen
CBD kann Enzyme des Cytochrom-P450-Systems hemmen, insbesondere CYP3A4 und CYP2C19. Dadurch kann sich der Spiegel bestimmter Medikamente erhöhen. Besondere Vorsicht ist u. a. geboten bei Antikoagulanzien (z. B. Warfarin), Antiepileptika, Benzodiazepinen, Opioiden, sedierenden Antihistaminika sowie Alkohol. Mögliche Anzeichen einer potenzierten Dämpfung sind Benommenheit, Schläfrigkeit und verlangsamte Reaktionen. Wenn Sie Medikamente einnehmen oder Grunderkrankungen haben, sprechen Sie vorab mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Apotheke.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Während Schwangerschaft/Stillzeit oder bei Dauermedikation sollten Sie die Einnahme von CBD ärztlich abklären.
Prüfen Sie vor der Kombination von CBD mit anderen Substanzen mögliche Wechselwirkungen.
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Fazit
CBD kann müde machen – muss es aber nicht. Die Wirkung hängt von Dosis, Produktzusammensetzung und individuellen Faktoren ab. Beginnen Sie niedrig, steigern Sie langsam und wählen Sie den Einnahmezeitpunkt, der zu Ihrem Alltag passt. Nutzen Sie unseren Dosierungsrechner, prüfen Sie mögliche Wechselwirkungen und passen Sie bei Bedarf die Produktwahl an. Wenn Schläfrigkeit anhält oder Sie Medikamente einnehmen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin/Ihren Arzt.
2 Kommentare
Also bei mir ist es so, dass ich nach der Einnahme von Nordic CBD tatsächlich eher etwas schläfrig werde…kann aber auch einfach an mir liegen, jeder reagiert ja anders. ist aber auch voll okay für mich, nehm das ja eh hauptsächlich vorm schlafengehen. also jo…eher entspannt mit leicht müde bei mir.
Schaue mal, ich persönlich merke nach der Einnahme von Nordic CBD kaum eine Müdigkeit, eher eine völlige Entspannung. Ist das ihr Erfahrung auch, oder hab ich einfach glück?