CBD und Mountainbiking: Potenzielle Vorteile und sicherheitsbewusste Anwendung
David ReichAktualisiert:Technische Trails, lange Anstiege, Fokus in Highspeed-Passagen: Mountainbiking fordert Körper und Kopf. Viele Athlet:innen suchen nach Strategien für besseren Schlaf, mehr Ruhe vor schwierigen Passagen und eine solide Regeneration. In diesem Kontext wird CBD zunehmend diskutiert – mit Chancen, aber auch offenen Fragen.
Kurzfazit für Eilige
- Forschung: Erste Hinweise auf Nutzen bei Schlaf und situativer Anspannung; Evidenz zur sportlichen Regeneration ist noch begrenzt.
- Praxis: Eher abends in die Schlafroutine integrieren oder als Topical nach der Tour testen; Neues nicht am Renntag.
- Sicherheit: Niedrig starten, Dosierung individuell anpassen, Nebenwirkungen und Verkehrstüchtigkeit beachten.
- Wettkampf: CBD ist erlaubt, THC verboten (WADA). Nur COA-geprüfte Produkte verwenden; für minimales Risiko bieten sich Isolate/Kristalle an.
Belastungen beim Mountainbiken: Körper und Kopf
MTB bedeutet hohe muskuläre und kardiovaskuläre Belastung, wiederholte Impacts und eine dauerhaft hohe Konzentration – insbesondere auf Wurzelteppichen, verblockten Stücken und langen Abfahrten. Gleichzeitig bietet der Sport viele Vorteile: Ausdauer, Kraft, Koordination und mentale Widerstandsfähigkeit steigen, sofern Training, Erholung und Sicherheit zusammenpassen.
Was ist CBD und wie funktioniert es im Körper?
CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-berauschendes Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System sowie weiteren Rezeptorsystemen und wird in der Praxis für Ruhe, Ausgleich und Abendroutine genutzt. Die Reaktion ist individuell; Dosierung, Zeitpunkt und Darreichungsform spielen eine Rolle.
CBD macht nicht „high“ und wird von einigen Sportler:innen für Entspannung und Abendroutine genutzt. Wirkung und Verträglichkeit sind individuell.
Was sagt die Forschung? Schlaf, Anspannung und Regeneration
Schlaf
Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBD die subjektive Schlafqualität verbessern kann – vor allem bei Ein- und Durchschlafproblemen. Eine Fallserie berichtete über Verbesserungen in den ersten Wochen der Anwendung; randomisierte, sportartspezifische Studien sind allerdings rar. Übertragbarkeit auf Mountainbiker ist plausibel, aber nicht abschließend belegt. Mehr zur Praxis findest du in unserem Beitrag CBD zum Schlafen.
Quellen: Shannon et al., 2019; McCartney et al., 2020 (Review)
Studien liefern erste Hinweise auf bessere Schlafwerte. Konkrete Daten für MTB fehlen noch.
Anspannung/mentale Ruhe
Es gibt Hinweise, dass CBD bei manchen Personen situative Anspannung reduziert und ein Gefühl von Ruhe fördern kann. Systematische Reviews berichten über potenzielle Effekte in Angstsituationen, jedoch mit heterogener Datenlage. Für vorstartliche Nervosität oder knifflige Linienwahl kann das in der Praxis interessant sein, die Evidenz ist jedoch nicht final.
Quellen: Skelley et al., 2020 (systematisches Review); Shannon et al., 2019
Bei einigen Nutzer:innen fördert CBD Ruhe. Die Studienlage ist gemischt, speziell für Wettkampfstress.
Regeneration nach Belastung
Zur muskulären Erholung nach Sport sind die Hinweise bisher begrenzt. Reviews diskutieren entzündungsbezogene Mechanismen und potenzielle Einflüsse auf Beschwerden nach Belastung. Aussagekräftige, sportartspezifische RCTs sind jedoch selten. Ergänzend empfehlen sich Basismaßnahmen wie Schlafhygiene, Ernährung, Hydration und Mobility.
Quellen: Vučković et al., 2018 (Review); McCartney et al., 2020 (Review)
Für Regeneration gibt es erste Hinweise, aber wenig harte Sportdaten. Nutze CBD – wenn überhaupt – als Ergänzung.
Anwendung in der Praxis: Formen, Timing, Dos & Don’ts
Darreichungsformen im MTB-Kontext
Form | Wirkeintritt | Dauer | Geeignet für | Hinweis |
---|---|---|---|---|
Öl (sublingual) | 15–45 Min | 2–6 Std | Abendroutine, Abschalten | Gut individuell dosierbar |
Kapseln | 45–90 Min | 4–8 Std | Konstante Mengen, unkompliziert | Langsamer Wirkeintritt |
Topicals (Gel/Balsam) | Lokal, zügig | Lokal begrenzt | Nach der Tour, punktuell | Kein systemischer Effekt |
Isolat/Kristalle | Variabel (je nach Einsatz) | Variabel | Wettkampf-Risiko minimieren | CBD-Kristalle sind THC-frei |
Vor der Tour
- Wenn du zu Müdigkeit neigst, direkt vor Ausfahrten eher vermeiden.
- Neues Produkt nie unmittelbar vor anspruchsvollen technischen Passagen testen.
- Topicals sind eine Option für lokale Anwendungen ohne systemische Effekte.
Nach der Tour
- Öl oder Kapseln können in die Abendroutine integriert werden, um besser abzuschalten.
- Topicals nach Dusche/Dehnen an stark beanspruchten Zonen einsetzen.
- Hydration, Protein/Carbs, Mobility und Schlafhygiene bleiben Basis.
Im Wettkampf-Umfeld
- Nur Produkte mit aktueller Laboranalyse (COA) nutzen; „nicht nachweisbares THC (ND)“ bevorzugen.
- Für minimales THC-Risiko: Isolate/Kristalle statt Vollspektrum.
- Verträglichkeit im Training prüfen, nicht am Renntag experimentieren.
- Verbands- und Landesregeln beachten; siehe auch unseren Beitrag zu CBD im Sport.
Sicherheit, Dosierung und Wechselwirkungen
Sicherheit zuerst: Nahrungsergänzungen ersetzen keine ausgewogene Ernährung oder ärztlichen Rat.
- Start low, go slow: Mit niedriger Menge beginnen und schrittweise anpassen. Siehe CBD-Dosierung.
- Wechselwirkungen: CBD kann Enzyme (z. B. CYP3A4/CYP2C19) beeinflussen. Vorsicht bei Antikoagulanzien, Antiepileptika, sedierenden Mitteln u. a. Im Zweifel ärztlich abklären.
- Mögliche Nebenwirkungen: Müdigkeit, Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden. Mehr dazu in CBD Nebenwirkungen.
- Verkehrstüchtigkeit: Reaktion individuell. Bei Schläfrigkeit nicht fahren – erst an freien Tagen testen.
- Besondere Gruppen: Nicht empfohlen für Schwangere/Stillende. Medizinische Fragen vorab klären.
Langsam einschleichen, mögliche Wechselwirkungen beachten und die eigene Reaktion testen – besonders vor dem Fahren.
CBD und Doping: WADA-Regeln, THC-Risiko, Tests
CBD ist laut WADA nicht verboten. THC bleibt hingegen verboten. Einige CBD-Produkte können Spuren von THC enthalten; das kann bei Dopingtests problematisch sein. Nutze deshalb Produkte mit aktueller, unabhängiger Laboranalyse (COA) und bevorzugt „ND THC“. Für das geringste Risiko kommen CBD-Kristalle (Isolat) in Frage. Offizielle Infos: WADA Prohibited List.
CBD erlaubt, THC verboten. Nur COA-geprüfte Produkte nutzen und im Zweifel Isolat statt Vollspektrum.
Produktqualität: Worauf Mountainbiker achten sollten
- COA/Laborbericht: Aktuell, chargenspezifisch (Batch), inkl. CBD-Gehalt und „ND THC“.
- Reinheit: Rückstandstests (Pestizide, Schwermetalle, Lösungsmittel).
- Transparenz: Nachvollziehbare Herkunft und Produktion.
- Formwahl nach Ziel: Abendroutine (Öl/Kapseln), lokal (Topicals), Wettkampf-Risiko minimieren (Isolat).
Wohlbefinden und Regeneration: Praxisnaher Einsatz im MTB
Ein guter „Recovery-Stack“ kombiniert Basics mit optionalen Ergänzungen. CBD kann – je nach individueller Erfahrung – ein Baustein für das Wohlbefinden sein.
- Schlafroutine: Regelmäßige Zeiten, dunkle Umgebung, Abendrituale (z. B. Atemübungen, ggf. CBD-Öl).
- Ernährung & Hydration: Ausreichend Protein/Kohlenhydrate, Elektrolyte nach langen Rides.
- Mobility & leichtes Ausfahren: 10–15 Min nach der Tour oder am Folgetag.
- Topicals: Optional nach Dusche/Dehnen punktuell einsetzen.
Sicht eines Mountainbikers in Bezug auf CBD
Einige Athlet:innen berichten, dass sie CBD als Teil ihrer Abendroutine nutzen, um nach intensiven Fahrten besser „runterzukommen“. Andere setzen auf Topicals nach langen Abfahrten. Erfahrungen sind individuell – was bei einer Person passt, muss nicht für alle gelten.
FAQ
Macht CBD müde?
CBD kann bei manchen Personen beruhigen. Teste die Verträglichkeit an einem freien Abend – nicht erstmals vor einer Ausfahrt.
Darf ich mit CBD fahren?
CBD ist nicht berauschend. Wenn du dich schläfrig fühlst, nicht fahren. THC-haltige Produkte vermeiden.
Ist CBD im Wettkampf erlaubt?
CBD ist erlaubt, THC verboten (WADA). Nutze nur COA-geprüfte Produkte und bevorzuge „ND THC“. Mehr dazu in unserem Beitrag CBD im Sport.
Kann CBD bei Beschwerden nach dem Training helfen?
Einige Sportler:innen berichten über subjektiv geringere Beschwerden nach Belastung; wissenschaftliche Daten im Sportkontext sind begrenzt. Siehe auch CBD und Beschwerden.
Welche Form passt zu mir?
Öl für flexible Dosierung, Kapseln für Komfort, Topicals für lokale Anwendung, Isolat für minimales THC-Risiko. Details zur Dosierung beachten.
Reisen mit CBD?
Rechtslage variiert je nach Land. Vorab informieren, Produkt in Originalverpackung mitführen und COA bereithalten.
Doping/THC-Hinweis: Auch „THC-arme“ Produkte können Spuren enthalten. Risiko durch COA-geprüfte, THC-freie Isolate reduzieren.
Quellen
- WADA Prohibited List – CBD-Ausnahme
- Shannon S. et al. (2019) – Fallserie zu Schlaf/Anspannung
- Skelley JW. et al. (2020) – Systematisches Review zu Anspannung
- Vučković S. et al. (2018) – Review zu Cannabinoiden und Beschwerden
- McCartney D. et al. (2020) – Review: CBD im Sport
- BfR – Hinweise zu CBD-Sicherheit
Wenn du CBD-Produkte ausprobieren möchtest, findest du hier unsere Auswahl. Bitte beachte die Sicherheitshinweise oben.
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Hinweis
Keine medizinische Beratung. Produkte sind keine Arzneimittel. Keine Heilaussagen. Bei Unsicherheiten oder Medikation ärztlichen Rat einholen.
1 Kommentar
Ich bin seit einiger Zeit leidenschaftlicher Mountainbiker und CBD-Anwender, und dieser Artikel spricht mir aus der Seele. Ich habe tatsächlich bemerkt, dass CBD meinen Schlaf verbessert, meine Ängste vor anspruchsvollen Fahrten gemindert und meine Muskeln und Gelenke nach intensiven Fahrten entlastet hat. Deshalb ist es sehr erfreulich zu lesen, dass professionelle Mountainbiker wie Kyle Jameson ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Wirklich empfehlenswert für jeden Mountainbiker!