CBD und Koffein: Was passiert, wenn man sie kombiniert?
David ReichAktualisiert:CBD und Koffein werden häufig gemeinsam konsumiert – etwa als CBD-Kaffee. Was bewirkt die Kombination tatsächlich, welche Chancen und Risiken gibt es, und wie dosiert man sinnvoll? Dieser Beitrag liefert eine evidenzbasierte Einordnung und praxisnahe Tipps.
Was ist CBD-Kaffee – und für wen eignet er sich?
Unter CBD-Kaffee versteht man Kaffee, dem Cannabidiol (CBD) zugesetzt wurde – meist in Form eines CBD-Öls (Trägeröl, z. B. MCT) oder einer wasserlöslichen Formulierung; seltener kommen CBD-Kristalle zum Einsatz. Geeignet ist CBD-Kaffee vor allem für Personen, die
- ihre Konzentration und den Fokus steigern möchten, ohne koffeinbedingte Nervosität zu verstärken,
- koffeinempfindlich sind und die "harten Kanten" des Koffeins abmildern wollen,
- im Arbeits-/Studienalltag oder als Pre-Workout eine feinjustierte, planbare Stimulation suchen.
Wichtig: Die Reaktion ist individuell und hängt von Dosis, Timing, Koffeinempfindlichkeit und der jeweiligen CBD-Form ab.
CBD-Kaffee ist Kaffee mit CBD-Öl. Ideal für Menschen, die fokussiert bleiben wollen ohne Koffein-Nervosität oder die empfindlich auf Koffein reagieren.
CBD und Koffein: Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme (Synergie, Ausgleich, Risiken)
Einige Nutzer berichten von mehr Fokus bei gleichzeitig weniger Nervosität, andere merken kaum Unterschiede. Die Effekte sind individuell und von Dosis, Tageszeit und Empfindlichkeit gegenüber Koffein abhängig. Beachten Sie: Die Evidenzlage beim Menschen ist begrenzt und heterogen; plausibel sind sowohl ausgleichende Effekte (z. B. auf Nervosität) als auch eine potenziell verlängerte Koffeinwirkung durch Stoffwechsel-Interaktionen (siehe nächster Abschnitt).
CBD-Koffein-Interaktion: Was sagt die Forschung (CYP1A2, Halbwertszeit, AUC)?
Koffein wird überwiegend über das Leberenzym CYP1A2 verstoffwechselt. CBD kann mehrere Leberenzyme hemmen – darunter in vitro auch CYP1A2. Das bedeutet: Wird CBD zusammen mit Koffein eingenommen, kann der Abbau von Koffein verlangsamt werden; die Koffeinwirkung könnte dadurch länger anhalten bzw. stärker ausfallen (z. B. höhere AUC/verlängerte Halbwertszeit). Die Stärke dieses Effekts ist abhängig von Dosis, Formulierung und individuellen Faktoren; belastbare Human-PK-Daten zur exakten Größenordnung sind derzeit begrenzt. Planen Sie daher vorsichtig und reduzieren Sie bei Bedarf die Koffeinmenge (1,2).
Parallel dazu gibt es Hinweise, dass CBD koffeininduzierte Nervosität bei manchen Personen abmildern kann. Als plausible Mechanismen werden u. a. Modulation des Serotoninsystems (5-HT1A) diskutiert; erste Studien deuten akute angstlösende Effekte in bestimmten Situationen an (3).
Praktische Konsequenz: Rechnen Sie mit einer potenziell länger anhaltenden Koffeinwirkung. Beginnen Sie niedrig dosiert, beobachten Sie Ihre Reaktion und passen Sie die Koffeinmenge an.
CBD kann Koffein-Abbau verlangsamen, wodurch Koffein länger wirkt. Gleichzeitig kann es Koffein-Nervosität reduzieren. Vorsichtig dosieren!
Koffein: Wirkung, Halbwertszeit und sichere Mengen
Koffein wirkt primär als Adenosinrezeptor-Antagonist und steigert so Wachheit und Reaktionsfähigkeit. Die mittlere Eliminations-Halbwertszeit bei Erwachsenen liegt etwa bei 5 Stunden, kann jedoch interindividuell deutlich variieren (z. B. 3–6+ Stunden, beeinflusst u. a. durch Genetik, Rauchen, Schwangerschaft, Medikamente) (4).
Typischer Koffeingehalt: Eine 240-ml-Tasse Filterkaffee enthält im Mittel ca. 95 mg Koffein; ein Espresso-Shot (30 ml) ca. 63 mg. Werte schwanken je nach Bohne, Röstung und Zubereitung (5).
Sichere Mengen laut EFSA: Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 mg Koffein pro Tag als unbedenklich; Einzeldosen bis 200 mg gelten ebenfalls als sicher. In der Schwangerschaft werden ≤200 mg/Tag empfohlen (6).
Wie dosiere ich CBD im Kaffee? (mg-Beispiele und Startdosen)
Start low, go slow: Beginnen Sie mit 5–10 mg CBD pro Tasse und beobachten Sie die Wirkung über mehrere Tage. Erhöhen Sie – falls notwendig – in 5–10-mg-Schritten. Stimmen Sie die CBD-Dosis immer mit Ihrer täglichen Koffeinmenge ab.
- Praxisbeispiel mg/Tropfen: Ein 10%-CBD-Öl enthält meist ca. 100 mg/ml; ein Tropfen entspricht je nach Tropfer etwa 0,04–0,05 ml, also grob 4–5 mg CBD pro Tropfen. Prüfen Sie stets die mg-Angabe Ihres konkreten Produkts.
- Koffein-Leitplanken: Gesunde Erwachsene: bis 400 mg/Tag; in der Schwangerschaft ≤200 mg/Tag. Beziehen Sie auch weitere Quellen (Tee, Softdrinks, Energy-Drinks, Kakao, Medikamente) mit ein (6).
CBD-Kaffee richtig zubereiten: Schritt-für-Schritt (Öl vs. wasserlöslich)
- Kaffee brühen wie gewohnt (Filter, French Press, Espresso, etc.).
- CBD nach dem Brühen zugeben: Hohe Temperaturen sind zu vermeiden; fügen Sie CBD erst in trinkheißem Kaffee (nicht kochend) hinzu.
- Bessere Durchmischung: Ölige CBD-Tropfen trennen sich im wässrigen Kaffee. Nutzen Sie Milch/Barista-Drinks oder etwas MCT-Öl als Emulgator und vermischen Sie mit einem Milchaufschäumer/Handmixer 10–15 Sekunden.
- Alternative: Wasserlösliches CBD mischt sich gleichmäßiger und sedimentiert weniger – praktisch für "klaren" Kaffee oder Cold Brew.
- Beispielrezept: 200 ml Filterkaffee + 5–10 mg CBD + 30 ml Hafer- oder Kuhmilch; optional Zimt. Für Eiskaffee: Kaffee abkühlen lassen, dann CBD emulgieren.
- CBD-Kristalle: Lösen sich besser als Öl, benötigen aber mg-genaues Abmessen (Mikrowaage) und sorgfältiges Einrühren.
Wann trinken? Timing, Schlaf und Empfindlichkeiten
Für die meisten eignet sich der Morgen bis frühe Nachmittag. Koffeinempfindliche Personen sollten den Konsum nach 14–15 Uhr meiden, da Koffein – je nach Halbwertszeit – den Schlaf bis in die Nacht beeinträchtigen kann (4). Für einen sanften "Crash-Puffer" am späten Vormittag kann eine kleine CBD-Zugabe (z. B. 5 mg) zur zweiten, koffeinärmeren Tasse sinnvoll sein (6).
Start: 5-10mg CBD pro Tasse, langsam steigern. Koffein-Limit: 400mg/Tag für Erwachsene. CBD erst in nicht-kochenden Kaffee geben, gut vermischen.
Sicherheit: Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Warnhinweise
Koffein: kann Puls/Blutdruck erhöhen, Unruhe/Angst verstärken und den Schlaf stören. Bei Empfindlichkeit oder bestehenden Herz-/Schlafproblemen vorsichtig dosieren (1,4).
CBD: wird in der Regel gut vertragen; mögliche Nebenwirkungen sind u. a. Müdigkeit, Mundtrockenheit, gastrointestinale Beschwerden. Höhere orale Dosen können Leberwerte beeinflussen – vor allem bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente (7,8).
Wechselwirkungen: CBD kann den Abbau verschiedener Arzneistoffe hemmen. Besonderes Augenmerk gilt hier Substraten des CYP1A2-Enzyms (da Koffein selbst über CYP1A2 abgebaut wird). Beispiele: Clozapin, Theophyllin, Tizanidin. Besprechen Sie die Kombination stets ärztlich, vor allem bei Dauermedikation oder Leberthemen (9).
Prüfen Sie vor dem Kombinieren von CBD mit anderen Substanzen immer mögliche Interaktionen.
Wer sollte keinen CBD-Kaffee trinken?
- Schwangere/Stillende: Koffein ≤200 mg/Tag; CBD vermeiden bzw. nur nach ärztlicher Rücksprache (6).
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ausgeprägte Angst-/Schlafstörungen: nur in Absprache mit dem Arzt und mit sehr niedrigen Dosen testen – oder vermeiden.
- Lebererkrankungen oder viele Medikamente: ärztliche Abklärung erforderlich (7,8,9).
Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Problemen, Angststörungen, Schwangerschaft oder Lebererkrankungen. CBD kann mit Medikamenten wechselwirken.
Fazit
Kurz gesagt: CBD und Koffein können sich – je nach Dosis und Timing – sinnvoll ergänzen. Gleichzeitig ist mit einer potenziell verlängerten/ intensivierten Koffeinwirkung zu rechnen, da CBD Leberenzyme hemmen kann. Starten Sie niedrig (5–10 mg CBD pro Tasse), halten Sie die tägliche Koffeinmenge im empfohlenen Rahmen (Erwachsene bis 400 mg/Tag), und beobachten Sie Ihre Reaktion auf Fokus, Nervosität, Puls und Schlaf. Nutzen Sie unseren Dosierungsrechner und prüfen Sie Wechselwirkungen, bevor Sie starten (1,2,6,7,9).
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Sprechen Sie bei Vorerkrankungen, in Schwangerschaft/Stillzeit oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme mit Ihrem Arzt.
2 Kommentare
Ich liebe auch CBD Kaffee, finde es entspannt mich total. Und dir recht gebend, es hilft wirklich gegen die typische Kaffee-Nervosität. Prost auf guten Cafe mit CBD!
Hab schon mehrmals CBD Kaffee probiert, bin ein echt Fan davon… finde dass es echt beruhigend wirkt und der Kaffeeinduzierten Nervosität entgegenwirkt. Und ihr?