CBD im Bogensport: Anwendung, Expertenmeinungen und rechtliche Aspekte

David ReichAktualisiert:

Bogenschießen stellt hohe Anforderungen an Körper und Kopf. Du hältst die Bogenlast statisch, stabilisierst Schultergürtel und Rücken und arbeitest präzise mit Unterarm- und Fingerbeugern – oft in einseitiger Belastung und in aufrechter Stehhaltung.

Gleichzeitig zählt der mentale Part: Schussroutine, Atemkontrolle, feine Motorik und der Umgang mit Nervosität oder Drucksituationen im Wettkampf.

Vor diesem Hintergrund interessieren sich viele Bogenschütz:innen für CBD (Cannabidiol) als Baustein in der persönlichen Regenerations- und Entspannungsroutine – mit Fokus auf verantwortungsvolle Anwendung ohne Leistungsversprechen.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • CBD ist nicht berauschend und steht aktuell nicht auf der WADA-Verbotsliste; andere Cannabinoide (z. B. THC) bleiben verboten.
  • Praxisnah: Viele testen CBD abends nach dem Training als Teil der Entspannung; vor wichtigen Wettkämpfen frühzeitig im Training ausprobieren.
  • Qualität zählt: Laborberichte (COA), chargenbezogene Prüfungen und idealerweise Zertifizierungen nutzen, um THC-Risiken zu minimieren.
  • Sicherheit: Nicht für Schwangere/Stillende/Minderjährige; mögliche Wechselwirkungen (CYP450) ärztlich abklären.
  • Forschung: Erste Untersuchungen zu Schlaf, Stresswahrnehmung und Regeneration – Ergebnisse heterogen, keine gesicherten Aussagen.

Bogenschützin zielt konzentriert im Freien

Was ist CBD und das Endocannabinoid-System?

CBD ist eine von mehr als 100 natürlich vorkommenden Verbindungen der Cannabispflanze und gilt als nicht berauschend. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS), einem körpereigenen Netzwerk aus Rezeptoren und Botenstoffen, das an vielen physiologischen Prozessen beteiligt ist.

Im Alltag verwenden Athlet:innen CBD in unterschiedlichen Formen, etwa als Öl/Tinktur, Kapseln oder topische Produkte. Welche Form passt, hängt von persönlichen Vorlieben und Routinen ab.

🔍 Kurz zusammengefasst

CBD wirkt nicht berauschend und interagiert mit dem Endocannabinoid-System. Es gibt verschiedene Produktformen mit unterschiedlicher Anwendung.

CBD im Kontext Bogenschießen: mentale und physische Anforderungen

Konzentration, Routine und Nervosität

Im Bogensport sind eine wiederholbare Schussroutine, ruhige Atemkontrolle und feine Motorik entscheidend. In Wettkampfsituationen kommen Zeitdruck, Zuschauer:innen und Wertungsdruck hinzu. Einige Anwender berichten, dass sie CBD im Alltag als beruhigend empfinden – besonders in ruhigen Momenten nach intensiven Trainingstagen.

🔍 Kurz zusammengefasst

Der mentale Teil ist groß: Routine, Atmung und Nervenstärke zählen. Manche Athlet:innen nutzen CBD im Alltag für Ruhephasen.

Statik, Muskulatur und einseitige Belastungen

Der Zug und Halt des Bogens belasten Schultergürtel (inkl. Rotatorenmanschette), Rückenstrecker sowie Unterarm- und Fingerbeuger. Die einseitige Belastung erfordert Ausgleichstraining, Mobility und eine saubere Technik. Topische Produkte mit CBD werden von einigen als Teil der Pflegeroutine beanspruchter Muskulatur genutzt.

🔍 Kurz zusammengefasst

Bogenschießen beansprucht Schulter, Rücken und Unterarme einseitig. Manche pflegen die Muskulatur zusätzlich mit topischen Produkten.

Forschungslage: Was man aktuell sagen kann (und was nicht)

Was sagt die Forschung? Es gibt begrenzte Humanstudien zu Themen wie Schlafparametern, Stresswahrnehmung und Regeneration. Erste Ergebnisse sind heterogen. Aktuell lassen sich daraus keine gesicherten, allgemeingültigen Aussagen ableiten.

Praxisnah heißt das: Wenn du CBD einsetzen möchtest, teste es individuell, führe ein kurzes Protokoll (Zeitpunkt, Menge, subjektives Empfinden) und bewerte nüchtern, ob und wie es in deine Routine passt.

🔍 Kurz zusammengefasst

Die Evidenz ist noch uneinheitlich. Teste CBD individuell und dokumentiere, wie es in deine Routine passt.

Anwendung in der Praxis (ohne Leistungsversprechen)

Formen und Einnahmezeitpunkte

  • Öl (sublingual): Flexible Dosierung, relativ schneller Beginn. Viele nutzen es abends als Teil einer Entspannungsroutine nach Technik- oder Krafttraining. Mehr Infos zu CBD und Schlaf.
  • Kapseln: Praktisch und geschmacksneutral, dafür weniger flexibel in der Dosierung. Eher planbar im Tagesablauf.
  • Topicals (Balsam/Creme): Äußerliche Anwendung zur Pflege beanspruchter Areale (z. B. Schulter/Unterarm). Keine medizinischen Aussagen – rein kosmetische Pflege.

Timing-Tipps aus der Praxis: Vor dem Training vermeiden, wenn du dich davon müde fühlst. Für Wettkämpfe gilt: Alles vorher im Training testen, keine Experimente am Wettkampftag. Themen wie Alltagsentspannung findest du hier: CBD und Stress. Hinweise zu Muskelpflege: CBD & Pflege beanspruchter Bereiche.

🔍 Kurz zusammengefasst

Öl, Kapseln und Topicals haben unterschiedliche Vorzüge. Viele nutzen CBD abends; vor Wettkämpfen alles frühzeitig testen.

Dosierung: „low and slow“ und Selbstbeobachtung

Starte niedrig und steigere langsam, während du Wirkung, Verträglichkeit und Tageszeit dokumentierst. So findest du deine persönliche Routine.

Eine ausführliche Orientierung bietet unsere Seite zur CBD Dosierung.

🔍 Kurz zusammengefasst

Langsam herantasten, dokumentieren und individuell anpassen – so findest du deine passende Routine.

Qualität, Recht und Doping

THC-Risiken minimieren: Laborberichte & Zertifizierungen

Für Wettkämpfer:innen ist Produktsicherheit zentral. Achte auf:

  • COA/Laborberichte pro Charge (THC nicht nachweisbar, Rückstände/Verunreinigungen geprüft).
  • Rückverfolgbarkeit der Charge und transparente Herstellerangaben.
  • Ggf. Zusatzsiegel wie Informed-Sport oder vergleichbare Programme.

Hintergrund: Verunreinigungen mit THC können bei Dopingtests Probleme verursachen. Nutze daher nur laborgeprüfte Produkte.

🔍 Kurz zusammengefasst

Wähle laborgeprüfte Produkte mit COA und THC „nicht nachweisbar“. Zertifizierungen erhöhen die Sicherheit.

WADA-Status und nationale Besonderheiten

CBD steht aktuell nicht auf der WADA-Verbotsliste. Andere Cannabinoide wie THC verbleiben verboten. Entscheidend ist, dass Produkte frei von nachweisbarem THC sind, um Dopingrisiken zu minimieren.

Weitere Infos findest du hier: CBD und Doping, zur Rechtslage hier: CBD legal. Die aktuelle WADA-Liste: WADA Prohibited List.

🔍 Kurz zusammengefasst

CBD ist laut WADA nicht verboten. Achte trotzdem auf THC-freie Produkte und prüfe Laborberichte, um Testsicherheit zu erhöhen.

CBD im Trainingsalltag von Bogenschütz:innen: Praxisbeispiele

  • Nach dem Techniktraining: 10–15 Minuten Mobility/Dehnen, anschließend eine kleine Menge Öl sublingual als Teil der Abendroutine.
  • Regenerationstage: Spazierengehen, leichte Atemübungen, dazu Kapseln zur planbaren Integration in den Tagesablauf.
  • Muskuläre Pflege: Topisches Produkt auf Schulter/Unterarm im Rahmen der Pflege nach dem Training auftragen.
  • Vor dem Wettkampf: Keine Experimente – nur bewährte Produkte und Mengen, die du im Training getestet hast.
🔍 Kurz zusammengefasst

Nutze CBD, wenn überhaupt, als Baustein bestehender Routinen (Dehnen, Atemübungen, Pflege) – und teste alles rechtzeitig im Training.

Checkliste vor dem Wettkampf

  • Produktauswahl: COA/Laborbericht der Charge prüfen (THC nicht nachweisbar).
  • Timing festlegen: Individuell verträglichen Einnahmezeitpunkt rechtzeitig ermitteln.
  • „Low and slow“: Dosierung im Training testen, nicht am Wettkampftag starten.
  • Reisen/Kontrollen: Produkt in Originalverpackung, COA digital verfügbar halten.
  • Back-up-Plan: Wenn du Müdigkeit bemerkst, vor dem Training/Wettkampf pausieren.
🔍 Kurz zusammengefasst

Vor dem Wettkampf gilt: geprüfte Produkte, bekanntes Timing, keine Neuerungen – und COA griffbereit.

FAQ für Bogenschütz:innen

Macht CBD müde?
Einige Anwender berichten von wohltuender Ruhe am Abend. Andere spüren wenig Veränderung. Teste individuell, idealerweise fernab wichtiger Einheiten.

Ist CBD im Wettkampf erlaubt?
CBD steht nicht auf der WADA-Verbotsliste. THC bleibt verboten. Verunreinigungen können zu positiven Tests führen – nur laborgeprüfte Produkte verwenden und COA prüfen. Mehr dazu: CBD und Doping sowie die WADA Prohibited List.

Woran erkenne ich seriöse Qualität?
Anbieter mit chargenbezogenen Laborberichten (THC nicht nachweisbar), klarer Rückverfolgbarkeit und idealerweise Zusatzsiegeln. Transparent kommunizierte Inhaltsstoffe und geprüfte Reinheit sind ein Plus.

Wie taste ich mich an die Dosierung heran?
„Low and slow“: klein starten, langsam steigern, Beobachtungen notieren. Hilfreich: CBD Dosierung.

Gibt es Wechselwirkungen?
CBD kann über CYP450-Enzyme mit Medikamenten interagieren. Wenn du Medikamente nimmst, hole ärztlichen Rat ein.

🔍 Kurz zusammengefasst

Erlaubt laut WADA, aber Vorsicht vor THC-Verunreinigung. Qualität prüfen, Dosierung langsam testen, mögliche Wechselwirkungen beachten.

Fazit und wichtige Hinweise

CBD kann als Teil einer persönlichen Regenerations- oder Entspannungsroutine im Bogensport in Betracht gezogen werden – vor allem abends nach dem Training. Entscheidend sind individuelle Tests im Training, geprüfte Produktqualität (COA, THC nicht nachweisbar) und ein vorsichtiges Herantasten an Menge und Timing.

Sicherheitshinweise: Kein medizinischer Rat. Nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Krankheiten. Nicht für Schwangere, Stillende oder Minderjährige. Bei Einnahme von Medikamenten ärztlichen Rat einholen (mögliche Wechselwirkungen über CYP450). Prüfe vor Wettkämpfen sorgfältig den WADA-Status, verwende nur laborgeprüfte Produkte und teste alles rechtzeitig im Training. Weitere Infos: rechtliche Situation von CBD und CBD und Doping.

🔍 Kurz zusammengefasst

Nutze CBD, wenn überhaupt, verantwortungsvoll: Qualität prüfen, langsam herantasten, frühzeitig testen – und den WADA-Rahmen im Blick behalten.

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